April 2011

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Da es keinen Burzeltag von mir gibt, nehme ich den Tag, an dem ich in mein neues Heim eingezogen bin.

Es ist der 12.04, das Jahr ist 2007

 

 

Sa, 09. April 2011:
Abgesehen davon, dass wir die letzten Tagen ein Superfrühlingswetter hatten, bringt der Frühling für mich
vielleicht nun doch den erhofften Spielkameraden.
Waren heute im Tierheim in Straubing und haben uns Sammy angeschaut, einen Schäfermischling oder Colliemischling???
So genau ist da nicht bekannt. Aber er sieht aus wie ein schwarzer Langhaarschäfimischling.
egal, Hauptsache, wir zwei haben uns prima verstanden.
Musste ihm zwar mal kurz sagen, dass es einfach nicht anständig ist,
wenn ein Rüde die Randordnung (1. Hündin - 2. Rüde) untergräbt.
Aber dann hat alles gepasst. Zumindest solange wir im Tierheim waren,
weit weg von meinem Tisch und Bett.
Faule ist total hei, aber sie hat sich Bedenkzeit erbeten. Der 4 jährige Sammy ist ein Energiebündel und naja,
sie weiß nicht, ob sie ihn derreiten kann, wie sie sagt. Ja nun, sie soll ja nicht auf ihm reiten.
Ob ICH ihn zuhause so gerne mag wie vor Ort, also weit weit weg von meinem Zuhause,
das kann ich jetzt auch noch nicht sagten. ER muss sich halt wie ein Kavalier verhalten.
Ich habe ihn heute schon eingehend beschnüffelt, da war nichts mehr - er ist kastriert.
Alle meine Lover, die ich so beim Spazierengehen kennen- und liebengelernt habe
(die hatten ja Gott-sei-Dank) ein zuhause waren echte Rüden.
Am nächsten Di werden wir weitersehen.
Bienchen

 

am 12.04 2011 kommt Sammy ins Haus - am 12.04.1997 kam Rex ins Haus

Wenn das nicht Schicksal ist??????

Di, 12.04.2011:

Wir waren heute nochmals im Tierheim in Straubing. Ist ja alles recht und gut -
unterwegs haben wir uns ja vertragen, der Sammy und ich.
Aber nun sind wir bei mir zuhause und sitze wieder mal in meinem Schmollwinkel.
Zittern muss ich dieses Mal nicht, aber ich schmolle jetzt erst mal.
Wir werden ja sehen, wer den längeren Atem hat, Fraule oder ich.
Euer Bienchen.

Anbei ein Konterfei von Sammy, einem Schäfi-Collie-Mischling.
Hübsch ist er ja, sagen die anderen...........

 

Hier ist die Geschichte von Sammy:
Da jeder Mensch ein Recht auf Privatleben hat, werde ich nur in Stichpunkten seine Geschichte erzählen, so wie sie mir von den Vermittlern erzählt wurde:

Sammy, 4 Jahre alt, lebte in einer Familie mit einigen Kindern und hatte in letzter Zeit, krankheitsbedingt, kaum mehr Ausgang, nur den Balkon. 
Ab und an ging ein Nachbar mit ihm spazieren.
Mehr ist eigentlich nicht zu sagen. Aber diese wenigen Zeilen zeigen das Elend eines
jungen!! großen Hundes.

Nun habe ich einen vierjährigen Rüden, der im Tierheim gleich kastriert wurde und muss ihm vieles beibringen wie einem Welpen. Mit dem Unterschied, dass ein 4jähriger Hund schon einen eigenen Charakter hat. Das einzig Gute ist, er ist stubenrein und er macht absolut nichts im Haus kaputt, er hatte ja auch schon bessere Tage gesehen.

Huhu, ich bin der Sammy. Da Fraule mich aus Angst, ich könnte auch über den Zaun springen,
nicht im Garten frei laufen lässt, hab ich's mir hier hinter ihrem Computer bequem gemacht.


Wir gehen später in den Hundeverein - sie will testen, ob ich komme, wenn sie ruft.
Im Wohnzimmer habe ich schon mal den Aufstand probiert, - oweija, das ging ganz schön in die Hosen.
Jetzt muss ich mich wohl benehmen, sonst komme ich nie von der blöden Leine los.
Ciao dann, bis morgen vielleicht.
Euer Sammy.

 

Das im Hundeverein ging ja auch gleich gründlich in die Hosen.
Ich wollte Sammy in dem eingezäunten Platz an der 10m Schleppleine frei laufen lassen, mit Ballspielen. ich warf den Ball wohl weiter als 10 m, Sammy lief los ich fiel auf die Nase. Aber er kam zurück. Auch der Hundetrainer kam in den Platz  und Sammy griff ihn sofort an.
Mir wurde aber trotzdem gestattet, morgens auf den Platz zu gehen.
Aber ich möchte vorher erst mal selbst mit dem Hund klar kommen zuhause in meinem Bereiche und beim Spazierengehen.

Auch übers Wetter gibt's heute was zu sagen: Wettersturz fast in die minus Grade -
vielleicht die vorgezogenen Eismänner?

13.04.2011
Es kommt mir vor, als hätte ich mir einen Teufel ins Haus geholt. Im Garten kann ich ihn nur an der Leine rumführen. Wenn jemand vorbei geht, rennt er wie ein Wilder an den Zaun, als möchte er drüber springen und den Menschen fressen.

Er kennt NICHTS.
Es ist ihm neu, dass Menschen vorbeigehen, er bellt den Baum an, weil ein Stück Rinde runterfallt, er erschrickt, wenn in der Ferne ein kleiner Knall zu hören ist,

Ich liege nachts wach, weil ich nicht weiß, was ich tun soll. Ihn wieder zurückbringen und ihn einem ungewissen Schicksal überlassen. Bienchen lehnt ihn sowieso ab.
Was wird sein, wenn ich krank werde. Meine Kumpels in Abensberg haben einen viel zu niederen Zaun, um den Hund halten zu können.
Ich rief im Tierheim an und schilderte meine Bedenken. Aber mir wurde versichert, ich könne ihn jederzeit zurückbringen und im Falle einer Krankheit würde er sowieso in Pension genommen.
Mir fiel ein Stein vom Herzen, zumal ich die Leute im Tierheim sehr nett fand.

Die Tage kam eine Frau zur Platzkontrolle. Sie ließ er sogar rein und war sehr nett zu ihr.
Sie erinnerte mich an die berühmten Schepperdosen, die man so in den Hundtrainingsstunden verwendet. Ich machte mir also eine Schepperdose.
Und siehe die Dose wirkte Wunder. Das Geräusch war für Sammy so schrecklich, dass er sehr bald auf mein "AUS" hörte, weil drauf immer ein schreckliches Gescheppere folget.

 

15.04.2011
Heute durfte ich, Sammy, das erste Mal mit der langen Schleppleine im Schlepptau auf unserer Gassiwiese
frei laufen. Huiiiii, hat das Spaß gemacht. Und ich bin auch immer brav wieder zu Frauchen zurückgekommen -
ich wollte ja nicht gleich wieder angeleint werden.

Sa. 16.04.2011
Auch heute wieder großes Freilaufprogramm, aber dieses Mal mit Ball, da macht es doppelt soviel Spaß
Und jetzt kommt der große Hammer. Bienchen ließ mich das erste Mal mit ihr im Garten spielen,
war das ein Spaß.
Bienchen sagt vielleicht morgen was dazu, sie ist heute todmüde.

 

 

Und jetzt spricht Bienchen:
Ja, ich habe ihn an mich rangelassen. Wir haben gespielt als Fraule mit meiner Nachbarin sprach. Oder was der so als Spiel versteht. Dieser Macho hat mich andauernd bestiegen.
Wo kommen wir da hin, er ist kastriert, ich bin kastriert. Also nur ein dominantes Gehabe.
Abends hat der Kerl dann alles wieder verdorben. Ich ging das erste Mal an ihm vorbei, was ich vorher vermieden hatte, zu meinem Platz neben Fraules Bett. Da hat er mich doch angegeifert. Ich zurück gegeifert und dann gab er noch eines drauf. Das war zu viel. Nun war der Ofen erst mal wieder aus.
Am nächsten Tag kam meine Nachbarin wieder zum Ratsch - Fraule hatte sie gerufen - und wir spielten wieder miteinander, wieder so rüde wie am Tag zuvor.
Aber das war vorerst Ende der Fahnenstange - im Garten ja, im Haus "NEIN"-
My home ist my castle
 

 

18.04.2011
Sammy im Anmarsch Sammy gefällt es Bienchen kommt Näher zusammen geht noch gar nicht Naja, wenn er nicht herschaut??

 

Karfreitag 22.04.11:
heute durfte ich, der Sammy das erste Mal im Garten frei laufen ohne die blöde Leine am Hals.
Da Fraule gestern jedes Mal, wenn ich nicht sofort ruhig war, wenn sie "AUS" gerufen hatte,
mit so einer Schepperbücher schrecklichen Lärm gemacht hatte, hab ich mich heute auch relativ brav verhalten.
 

Karsamstag - 23.04.11 - Hurra das ist ein schöner Tag !!!!
Heute, so kurz vor Ostern muss natürlich die Straße gekehrt werden (wie eigentlich jede Woche - grins). Das sind so Hausbesitzerfreuden.
Aber das schönste war, dass, während ich die Straße gekehrt habe, meine zwei Wauzis, im Garten auf Teufel komm raus miteinander gespielt haben und zwar richtig lieb!!!!!.
So richtig schön und nett.
Sammy weiß nun, dass er dazu gehört und muss mit unnötigem Machogehabe nichts mehr beweisen.
Er weiß, dass Bienchen nun mal mein Bienchen ist, das sie eine zarte Seele hat
und dass man mit ihr zart umgehen muss.
Er hat es geschafft!!!!
 

Und ICH auch:
Was wären all die Jahre mit Hundetraining, meiner Hunde und auch Fremder, meine ganze Erfahrung, wenn ich vorzeitig aufgegeben hätte. Es ist echt schön, nun einen neuen Hausgenossen zu haben, der keinen mehr unnötig anbellt etc. ect.
Er ist sehr gelehrig und er hat schnell gelernt.
Mir kam natürlich das gute Wetter zugute. Ich konnte mich den ganzen Tag  draußen meinen Hunden widmen und Sammy alle Unarten auf aus dem Kopf austreiben.
Aber ob ich ihn jemals ohne Leine spazieren führen kann - ich glaube nicht. Er ist wie mein Rex, er erinnert mich in vielem an meinen Rex, auch dass er ein Jäger ist.

 

 

[hier geht die Geschichte weiter]